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Chi­ne­si­sches Ge­richt ver­ur­teilt Dhon­dup Wang­chen zu sechs Jah­ren Ge­fäng­nis

Dhon­dup Wang­chen




Dhon­dup Wang­chen, der ti­be­ti­sche Fil­me­ma­cher, den die chi­ne­si­schen Be­hör­den vor fast zwei Jah­ren fest­nah­men, weil er einen Do­ku­men­tar­film über die ak­tu­el­le Lage in Tibet ge­dreht hat, in dem die In­ter­view­ten ihre große Sehn­sucht nach der Rück­kehr Sei­ner Hei­lig­keit des Dalai Lama nach Tibet zum Aus­druck brin­gen, wurde zu sechs Jah­ren Ge­fäng­nis ver­ur­teilt.

Einer der Ti­be­ti­schen Zen­tral­ver­wal­tung in Dha­ram­sa­la zu­ge­gan­ge­nen In­for­ma­ti­on zu­fol­ge er­folg­te der Ur­teils­spruch am 28. De­zember 2009. Wo Dhon­dup Wang­chen vor Ge­richt ge­stellt wurde, ist nicht be­kannt.

Der 35jäh­ri­ge Dhon­dup Wang­chen wurde am 26. März 2008 zu­sam­men mit sei­nem As­sis­ten­ten, dem Mönch Jigme Gyat­so, wegen der Dre­h­ar­bei­ten für den Film „Lea­ving Fear Be­hind“ fest­ge­nom­men. Die­ser Film do­ku­men­tiert das Leben der Ti­be­ter unter chi­ne­si­scher Herr­schaft. Sie spre­chen darin über ihre Hal­tung zum Dalai Lama und dar­über, was sie von den Olym­pi­schen Spie­len in Bei­jing hal­ten.

Jigme Gyat­so, der nach sie­ben Mo­na­ten, am 15. Ok­to­ber 2008, frei­ge­las­sen wurde, be­rich­te­te spä­ter von den Miß­hand­lun­gen, die er in der Haft er­lit­ten hatte.

Dhon­dup Wang­chen wurde an­fäng­lich im Haft­zen­trum Ershi­li­bu in Si­n­ing, Amdo [Xi­ning oder Xi­l­ing, die Pro­vinz­haupt­stadt von Qing­hai], in­haf­tiert. Nach ei­ni­gen Mo­na­ten wurde er in eine na­he­ge­le­ge­ne staat­li­che Un­ter­kunft trans­fe­riert, ver­mut­lich zum Zwe­cke der Ver­neh­mung. Und dann kam er in das Haft­zen­trum Nr. 1 von Si­n­ing. Wie In­ter­na­tio­nal Cam­paign for Tibet (ICT) am 17. Sep­tem­ber 2009 be­rich­te­te, lei­det an He­pa­ti­tis B, eine an­ge­mes­se­ne me­di­zi­ni­sche Be­hand­lung wird ihm je­doch ver­wei­gert.

Die chi­ne­si­sche Re­gie­rung hat den von Wang­chen ge­wähl­ten Rechts­an­walt Li Dun­yong im Juli 2009 ab­ge­setzt und ihm statt des­sen einen staat­li­chen Ver­tei­di­ger zu­ge­wie­sen. Human Rights Watch kri­ti­sier­te diese Hand­lungs­wei­se scharf als eine „Ver­let­zung der chi­ne­si­schen Straf­pro­ze­ß­ord­nung sowie der von China ein­ge­gan­ge­nen in­ter­na­tio­na­len recht­li­chen Ver­pflich­tun­gen, denen zu­fol­ge ein An­ge­klag­ter das Recht auf die Wahl sei­nes ei­ge­nen Rechts­bei­stan­des und ein Zu­sam­men­tref­fen mit die­sem hat, wäh­rend er sich in Un­ter­su­chungs­haft be­fin­det“.

Wang­chens An­walt Li Dun­yong be­rich­te­te, daß sein Man­dant ge­fol­tert wurde, um ein Ge­ständ­nis aus ihm zu er­pres­sen und daß er ein Jahr da­nach immer noch unter den Fol­gen der Miß­hand­lun­gen und Schmer­zen leide. Bei dem Ge­spräch mit Li Dun­yong habe Wang­chen ge­sagt, er wolle vor Ge­richt auf un­schul­dig plä­die­ren. In all den 16 Mo­na­ten, seit er in­haf­tiert ist, habe er sich auch nie­mals zu einer der ihm an­ge­las­te­ten Rechts­ver­let­zun­gen be­kannt.

„Ein Ur­teil gegen Dhon­dup Wang­chen unter den ge­gen­wär­ti­gen Um­stän­den würde jeg­li­cher Le­gi­ti­mi­tät ent­beh­ren“, heißt es in dem State­ment von Human Rights Watch vom 3. Au­gust 2009.

Aus einer um 17 Uhr er­schie­ne­nen Nach­richt von Radio Free Asia, eben­falls vom 6. Ja­nu­ar:
Das Volks­ge­richt von Xi­l­ing hat Dhon­dup Wang­chen, den Her­stel­ler des Do­ku­men­tar­films „Lea­ving Fear Be­hind“, in einer ge­hei­men Ge­richts­ver­hand­lung der „Spal­tung des Mut­ter­lan­des“ schul­dig ge­spro­chen.

„Dhon­dup Wang­chen, der Autor von Lea­ving Fear Be­hind, wurde zu 6 Jah­ren Ge­fäng­nis ver­ur­teilt“, sagte ein mit Thar­d­rub ge­nann­ter Ti­be­ter aus Amdo. „Wir er­kun­dig­ten uns über­all, und schließ­lich er­fuh­ren wir, daß das Volks­ge­richt von Xi­l­ing in Qing­hai ihn am 28. De­zember in einem ge­hei­men Pro­zeß ver­ur­teilt hat“.

Dhon­dup Wang­chens Ver­wand­te er­hiel­ten keine Kennt­nis von dem Pro­zeß oder der Ver­ur­tei­lung. „Sie wur­den nicht über die Ur­teils­spre­chung in­for­miert“, sagte Thar­d­rub. „Die Ver­wand­ten sagen, er sei un­schul­dig und er habe kein Ver­bre­chen be­gan­gen. Sie pla­nen bei einer hö­he­ren Ge­richts­in­stanz Be­ru­fung gegen das Ur­teil ein­zu­le­gen“.

Tags: Menschenrechte, Tibet-News

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